Schnäppchenjagd

Schnäppchenjagd im Internet durch Vergleichen und Gebrauchtwarenmärkte

In Zeiten der steten Preiserhöhungen ist es mit Blick auf eine Neuanschaffung oder die Nutzung einer Servicedienstleistung quasi ein ungeschriebenes Gesetz, vorab Preise und Leistungen zu recherchieren. Bei unzähligen, einzelnen Anbietern anrufen, muss dafür heute niemand mehr. Stattdessen hilft der Klick in ein Vergleichsportal, das inhaltlich besonders breit aufgestellt ist. Dort werden die wichtigsten Kaufkriterien zum jeweiligen Produkt übersichtlich gelistet. On top gibt es eine nachvollziehe Erklärung sowie Tipps und Tricks aus Produkttests. Warum diese Schnäppchenjagd überhaupt nötig ist und was es beim Vergleichen zu berücksichtigen gibt, verrät der folgende Beitrag.

Die aktuelle Situation von Arbeitnehmern, privaten Haushalten und der Wirtschaft

Abbildung 1: Super ist in erster Linie eins: Super teuer – genauso wie Energie und sogar Lebensmittel. Da kann ein defektes Haushaltsgerät Endverbrauchern massive Probleme bescheren.

Gerade jetzt, während in Europa wieder Krieg herrscht, Öl und Gas zu verknappen drohen oder unbezahlbar werden, trifft das einerseits die Wirtschaft, aber auch die Endverbraucher, denn die Preise steigen spürbar, wie Data Journalist Matthias Janson zur Konjunkturbremse schreibt. Dies betrifft nicht nur Neuanschaffungen für den Haushalt, den Garten oder die Familie, auch lebensnotwendige Hygieneartikel und Nahrungsmittel sind von der Preissteigerung betroffen.

Und auch wenn die Löhne im Jahr 2022 um etwa 1,4 Prozent steigen sollen, so wird eben diese Steigerung von den steigenden Verbraucherpreisen und den Erhöhungen in der Wirtschaft buchstäblich aufgefressen. Die Folge: Die Deutschen schliddern in die Lohn-Preis-Spirale, doch was heißt das eigentlich ganz konkret? Wenn sich eine Familie ein neues Haushaltsgroßgerät anschaffen möchte (oder wegen Funktionsstörungen anschaffen muss), dann muss hierfür eine Preisspanne angesetzt werden, welche von der Haushaltskasse gut zu verkraften sein wird. Anschließend geht es auf Schnäppchenjagd durch Vergleichsportale und Gebrauchtwarenmärkte.

Was vor einer Neuanschaffung zu beachten ist

Bevor das Geld ausgegeben werden kann, heißt es (trotz Schnäppchenjagd): Nachrechnen! Was dabei beachtet werden muss, zeigt die folgende Liste:

  1. Wie hoch liegt das monatliche Gesamteinkommen der Familie? Zu berücksichtigen sind hierbei diese Einnahmequellen: Lohn aus dem Angstellenverhältnis, Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit, Kindergeld, evtl. Wohngeld oder Kinderzuschlag, weitere Zuwendungen aus Sozialleistungen, evtl. Einnahmen aus Unterhaltszahlungen oder Pacht
  2. Wie hoch liegen die monatlichen Ausgaben der Familie? Zu berücksichtigen sind hierbei diese Ausgaben: Miete und Mietnebenkosten, evtl. Zahlungen für die Rückzahlung von Krediten und Darlehen, Versicherungsbeiträge (wenn diese jährlich gezahlt werden, dann als monatliche Umlage), Kosten für Internet, Telefon, Rundfunk und Zeitschriftenabonnements, Kindergarten- und Kinderbetreuungskosten (inklusive Beiträge für Material, Ausflüge sowie Essensbeiträge), monatliche Kosten für Kraftstoff, Kosten für kleinere und weitreichendere Anschaffungen, wie etwa Geburtstagsgeschenke, die Ausrichtung eines eigenen Festes, Kleidung für alle Familienmitglieder, Schul- und Lernmaterialien, Hygiene- und Pflegemittel, Steuern für Haustiere (beispielsweise für den Familienhund), Tiernahrung, monatlicher Beitrag für die Urlaubskasse, Lebens- und Genussmittel

Die Länge der Liste lässt bereits erahnen: Die Ausgaben können schnell die Einnahmen übersteigen. Und die Summe der Ausgabenpositionen erklärt auch ein Dilemma vieler Deutschen, die sich die Frage stellen müssen, wie sie etwa eine defekte Waschmaschine bezahlen sollen. Häufig erfolgt dann der Kauf eines günstigen Geräts, das nicht etwa im Preis-Leistungsvergleich gut abschneidet, sondern lediglich die kleinste Ausgabe darstellt.

Abbildung 2: Übersteigt die Summe an Ausgaben die Summe an Einnahmen, sind keine Anschaffungen möglich – selbst dann nicht, wenn ein Gerät defekt ist.

An dieser Stelle könnte sich der nächste Teufelskreis anschließen, denn nicht selten halten günstige Geräte bei Weitem nicht so lange wie hochwertige Artikel. Und gerade bei Haushaltsgroßgeräten zeigt sich auch immer häufiger, dass Geräte, die günstig in der Anschaffung sind, häufig deutlich mehr Strom, Wasser und Energie verbrauchen als die hochpreisigen Geräte der gleichen Kategorie.

Zurück zur Praxis: Wer die Aufstellung an Einnahmen und Ausgaben mit Leben bzw. Zahlenwerk gefüllt hat, kann eine einfache Rechnung aufstellen, bei der die Ausgaben von den Einnahmen abgezogen werden. Wer zu den Glücklichen gehört, beschließt diese Rechnung mit einem Plus, was bedeutet: Das Haushaltsgerät kann sofort geordert werden. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, ist häufig guter Rat teuer.

Abbildung 3: Beliebt ist das Onlineshopping zweifelsohne. Aber lässt sich damit wirklich etwas sparen?

Der Kauf im Internet lohnt sich gerade bei größeren Familienanschaffungen

Nicht immer können Haushalte auf das ganz große Schnäppchen oder einen wertigen Gutschein, der für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung steht, warten. Gerade bei wichtigen Haushaltsgeräten kann eine Neuanschaffung oft nicht aufgeschoben werden.

Dass Artikel und Produkte, gerade wenn es sich um Kleidung oder Technik dreht, im Internet oft günstiger sind, das ist allgemein und hinlänglich bekannt. Deswegen greifen Verbraucher gern auf die Onlinebestellung zurück – mitunter auch, weil es Zeit und Fahrtkosten einsparen hilft. Wer im Internet preisbewusst einkaufen möchte, sollte die folgenden Tipps berücksichtigen:

  1. Verbraucher sollten gezielt nach dem Produkt suchen, das sie benötigen. Sonst ist die Versuchung groß, online grenzenlos und unbedacht zu shoppen.
  2. In einem Vergleichsportal lassen sich vor allem technischen Daten besonders gut vergleichen. Tipp: Bei technischen Geräten immer auf den Verbrauch achten!
  3. Winken Gutscheine und Rabattcodes, beispielsweise für eine neue Waschmaschine, ist das Kleingedruckte besonders wichtig. Darin sind die die Spielregeln dokumentiert, wie der verlockend klingende 25-Prozent-Gutschein auch wirklich eingelöst werden kann.
  4. Anschließend sollte der Endpreis verglichen werden. Das bedeutet für Haushaltsgroßgeräte, dass zum Preis die Altgerätemitnahme sowie die Versandkosten on top kommen. Für Produkte in verschiedenen Größen gilt: Es hilft, den Preis mit Blick auf eine vergleichbare Einheit zu vergleichen. Das könnte bei einer Familienpackung Weichspüler beispielsweise der Preis pro Liter sein, der aussagekräftiger ist als wenn der Preis einer 5-Liter-Flasche mit einer 20-Liter-Flasche verglichen wird.

Gibt’s wirklich noch Schnäppchen im Internet?

Bei saisonaler Ware, die vor großen Festen und kirchlichen Ereignissen wie beispielsweise an Ostern verkauft wird, hilft es, vorausschauend zu planen. Wer in der Woche vor Ostern nach Ostergeschenken sucht, wird dafür meist einen höheren Preis bezahlen müssen, wie wenn bereits im Februar gestöbert wird. Ein ähnliches Phänomen lässt sich alle Jahre wieder vor Weihnachten beobachten.

Auch bei der Urlaubsplanung gilt: Wer nicht auf die Ferienzeit angewiesen ist, kann beispielsweise Geld sparen, in dem der Urlaub außerzyklisch geplant wird – also nicht zu den Oster- oder Pfingstferien, sondern vielleicht dazwischen. Wer aus beruflichen oder familiären Gründen in den Ferien verreisen muss, könnte via Frühbucherrabatt sparen.

 

Abbildung 1: Pixabay © beejees (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: Pixabay © chronomarchie (CC0 Public Domain)

Abbildung 3: Pixabay © justynafaliszek (CC0 Public Domain)

About the Author

Paul Weber

Paul Weber ist ein freiberuflicher Autor, der ein breites Themenspektrum abdeckt, darunter persönliche Finanzen, Automobilbewertungen, Reisen, Nachrichten und Trends, Unterhaltung und Bildung. Er hat einen umfangreichen journalistischen Hintergrund, in dem er für mehrere Print- und Online-Publikationen geschrieben und berichtet hat.